Das Heusenstammer Modell
Beim radspezifischen Projekt handelt es sich um das
„Heusenstammer Modell“, einen wissenschaftlich begleiteten Verkehrsversuch
in der Industriestraße. Das Projekt hat das Ziel, den Radverkehr sicherer
zu machen und enge Straßenräume gerechter aufzuteilen. [1]
Das Funktionsprinzip in der Industriestraße
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Rote Schutzstreifen: Rechts und links auf der Straße sind breite,
rote Fahrrad-Schutzstreifen aufgemalt. [1,
2]
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Kernfahrbahn für Autos: In der Mitte bleibt nur eine einzige, schmale
Fahrspur ohne Mittellinie für Kraftfahrzeuge übrig. [1,
2]
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Verhalten bei Gegenverkehr: Autos teilen sich die Spur in der Mitte.
Kommt Gegenverkehr, müssen und dürfen PKW auf die gestrichelten
Radschutzstreifen ausweichen, sofern dort gerade kein Fahrrad fährt. [1,
2]
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Überholverbot bei Enge: Ist ein Ausweichen wegen Radfahrenden nicht
möglich, müssen Autos mit Tempo 30 hinter den Fahrrädern warten. [1,
2]
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Gehwege sind tabu: Der Bürgersteig ist komplett für Fußgänger
reserviert, das dortige Radfahren (früher zu 90 % der Fall) wurde
aufgehoben. [1]
Die aktuellen Ergebnisse (Stand 2026)
Das Projekt wird von der Hochschule Darmstadt
wissenschaftlich ausgewertet und liefert verblüffend positive Daten: [1]
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Verlagerung auf die Straße: Im März 2023 fuhren noch 88 % der Radler
illegal oder aus Angst auf dem Bürgersteig – inzwischen nutzen über 80 %
der Radfahrenden die neuen Schutzstreifen auf der Straße.
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Mehr Radverkehr: Die Zahl der Radfahrenden in der Industriestraße ist
um 20 % gestiegen, während der Autoverkehr um 11 % zurückgegangen
ist.
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Sicherheit: Die Zahl der „Geisterradler“ (Fahren gegen die
Fahrtrichtung auf dem Gehweg) ist drastisch gesunken. [1]
Die rechtliche Hürde
Obwohl das Modell extrem erfolgreich läuft und das
Bundesverkehrsministerium von den Daten überzeugt werden konnte, ist es noch
nicht vollständig mit der deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO) kompatibel.
In Hessen dürfen Städte solche dünnen Straßen mit Schutzstreifen im Gegenverkehr
nur mit einer Ausnahmegenehmigung betreiben. [1]
Heusenstamm testet das Modell daher mit einer
Sondergenehmigung bis Ende 2026 weiter, während im Bundesrat ab 2027 über
eine allgemeine Gesetzesänderung beraten werden soll. Andere Bundesländer (wie
NRW und Baden-Württemberg) nutzen die Heusenstammer Daten bereits als Basis für
eigene Erlasse. [1]
Weitere Fahrrad-Initiativen in Heusenstamm
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Grüne Welle per App: An ausgewählten Ampeln erprobt Hessen Mobil
die virtuelle Grünanforderung. Radfahrende können sich über die App
trafficpilot im Zulauf auf eine Kreuzung digital anmelden, damit die Ampel
automatisch auf Grün schaltet.
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Fahrradklima-Test: Aktuell läuft in der Stadt bis zum 30. November
2026 wieder die Umfrage zum ADFC-Fahrradklima-Test, bei der Bürger (und
erstmals auch gezielt Jugendliche) die Fahrradfreundlichkeit bewerten
können. [1,
2]
Möchtest du mehr über die Verkehrsregeln beim
Heusenstammer Modell wissen oder interessierst du dich für die Ergebnisse der
Bürgerbeteiligung zu diesem Versuch?